Kaffee Magazin

Kaffee in Costa Rica. Der höchste Qualitätsanspruch an Kaffee.

Costa Rica ist das Land der üppigen, grünen Täler, der verflochtenen Vulkanketten und der proper betriebenen Kaffeefarmen. Costa Rica ist bekannt als das erste Land in Mittelamerika, das Kaffee für kommerzielle Zwecke produzierte. Die lange Tradition des Kaffeeanbaus trägt dazu bei, dass bis heute der costa-ricanische Kaffee als einer der Weltbesten gilt. Aber lass uns zum Beginn der Kaffeegeschichte gehen.

Die Geschichte des Kaffeenabuas.

Die Kaffee-Arabica-Pflanze wurde im Jahr 1779 in das zentrale Tal von Costa Rica aus Kuba gebracht. Die kommerzielle Produktion startete erstmals 1808. Der Kaffeeanbau breitete sich nur langsam aus. Um dies zu anzukurbeln bot die damalige Regierung allen Kaffeeanbau- Willigen günstiges Land an. Der Plan ging auf und schon bald hat die Kaffeelandwirtschaft sogar die Bedeutung von Kakao, Tabak und Zuckerroh übertreffen. Bis 1829 wurde die Kaffeeproduktion zur Haupteinnahmequelle für das mittelamerikanische Land.

Als unverderbliche Ware im Zeitalter des langsamen und teuren Transports erwies sich Kaffee als ideales Produkt und wurde kurz darauf zum wichtigsten Exportgut des Landes, eine Position, die bis in das 20 Jahrhundert gehalten wurde. Die neuentstandene Kaffeeindustrie schuf eine wohlhabende Produzentenelite, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sogar politischen Einfluss erreichte.

Die ersten Exporte begannen 1829 und erfolgten nach benachbarte Panama, nur ein Jahr bevor die zentralamerikanischen Länder ihre gemeinsame Unabhängigkeit von Spanien erklärten. Ein Meilenstein. Um 1832 wurde Chile ein wichtiger Kunde und vermarktete den costa-ricanischen Kaffee neu und exportierte ihn unter dem Namen "Cafe Chileno de Valparaiso" nach England. Damals hat noch niemand geahnt, dass dies einen weiteren wichtigen Wendepunkt in der costa-ricanischen Kaffeeindustrie bedeuten wird.

1843 erkannte der englische Kapitän Schiffes "The Monarch", William Le Lacheur Lyon das Potenzial einer direkten Zusammenarbeit mit den Costa-Ricanern und exportierte das erste Mal Kaffeebohnen direkt nach Großbritannien. Er verschiffte mehrere hundert Pfund schwere Säcke Rohkaffee, woraufhin das Interesse des Königreichs an dem Land erweckte. Die britische Krone investierte stark in die costa-ricanische Kaffeeindustrie und wurden bis zum Zweiten Weltkrieg zum Hauptabnehmer für den Kaffee- Export. Bis heute gilt der Kapitän als eine Wichtige Persönlichkeit im Land. Seine Handlungen hatten enormen nachhaltigen Einfluss auf die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes. Er veränderte die Wirtschaft des Landes, indem er eine direkte, regelmäßige Handelsroute für costa-ricanische Kaffeebauern zum europäischen Markt einrichtete und damit half, den costa-ricanischen Kaffeehandel zu etablieren.

Costa Rica wurde in der ganzen Welt für seinen Kaffee bekannt. Der Anbau und Handel von Kaffee veränderten das Gesicht des kleinen Landes. Es wurde modernisiert und junge costa-ricanische Intellektuelle konnten Studium in Europa aufnehmen und als Ärzte, Ingenieure und Unternehmer zurückkehren, was zur Verbesserung der Lebensqualität der Costa-Ricaner beitrug. Das schnelle Wachstum der Industrie baute auf der Hoffnung auf, eine unabhängige, weniger eurozentrische Wirtschaft aufzubauen. Und es funktionierte. Die Exporte erfolgten über ganz Mittelamerika und 1860 erreichten sie die Vereinigten Staaten. Der wirtschaftliche Aufschwung, den die Kaffeeproduktion und der Kaffeehandel mit sich brachten, ermöglichte eine Modernisierung des Landes. Die Infrastruktur in ländlichen Gebieten wurden verbessert und in der Hauptstadt San Jose entstanden kulturelle Zentren, darunter das berühmte Nationaltheater.

1890 wurde die erste Eisenbahnlinie zur Atlantikküste gebaut, die "Ferrocarril al Atlantico". 

Die moderne costa-ricanische Kaffeeindustrie

Um 1900 machte Brasilien in der Kaffeeindustrie von sich reden und verursachte damit eine gewisse Destabilisierung des Kaffeemarktes mit einem direkten Einfluss auf die costa-ricanischen Kaffeebauern. Der Kaffeemarkt gewann auch weitere neue Akteure. Die benachbarten Länder insbesondere Honduras und Guatemala traten ebenfalls auf die internationale Bühne des Kaffeehandels und gewannen mit der Zeit an Bedeutung. 

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs bedeutete für Costa Ricas Kaffee eine große Veränderung. Bis dato war das Costa Rica Englands Kaffeelieferant Nr. 1, aber aufgrund der angespannten wirtschaftlich- politischen Situation und damit verbundenen Rationierungen und sich ändernden wirtschaftlichen Prioritäten, stellte England während des Krieges seine Kaffeeimporte ein. Alles deutete darauf, dass das goldene Zeitalter sich dem Ende neigte.

In den 1980er Jahren wurden die Kaffeefarmen in Zentralamerika von einer Krautfäule heimgesucht, die Millionen von Pflanzen tötete und die Industrie für Jahre lahmlegte. Mitte der 90er Jahre hatte sich die Kaffeeproduktion wieder erholt, aber der Preis pro Kaffeesack blieb auf einem niedrigen Niveau. Es war klar, dass der Kaffeeanbau in Costa Rica nicht mehr so profitabel sein wird, wie er es einmal war.

Fakten zum Kaffeeanbau in Costa Rica

Heutzutage stammt weniger als 1% des weltweiten Kaffeeproduktion aus Costa Rica. Dennoch ist das Land immer noch der 15. größte Kaffeeproduzent der Welt! Unter den Kaffeeländern ist Costa Rica ein sehr kleines Land, dennoch aber sehr effizient. Mit durchschnittlich 1.600 kg Kaffee pro Hektar werden die höchsten Ernteerträge weltweit erzielt! Es hat einen wohlverdienten globalen Ruf für die Produktion von makellosem, hochwertigem Kaffee. Dabei spielt in der costa-ricanischen Wirtschaft der Umweltschutz eine übergeordnete Rolle. So ist Costa Rica einer der wenigen Länder der Welt, die fast ausschließlich auf Öko- Strom setzt. Costa-Ricanische Kaffeeindustrie bedeutet heute Nachhaltigkeit, Beständigkeit und Zuverlässigkeit.

Kaffeeanbau in Costa Rica- Handcraft Coffee

Klima, wie für Kaffeeanbau gemacht.

Costa Rica zeichnet sich durch ein sehr komplexes Klima. Dies gepaart mit fruchtbarem vulkanischem Boden schafft ideale Bedingungen für einen erfolgreichen Kaffeeanbau. Von den tropisch-heißen Küstenregionen bis ins Hochland sind in diesem kleinen Land sieben Klimazonen vertreten.

Grundsätzlich konzentriert sich der Kaffeeanbau in Costa Rica auf die Zentralregion in der Landesmitte, denn im Hochland sind die klimatischen Bedingungen perfekt: Es ist immer feucht-mild und die Temperaturen bewegen sich durchschnittlich um die 17 bis 22°C aber auch in Regenwaldregionen wird Kaffee kultiviert. Der in den Regenwaldregionen angebauter Kaffee kann sich stark von Hochlandkaffee unterscheiden.

Über 300 unterschiedlicher Arabica-Sorten stammen von hier und mehr als 80% davon gilt als Hochlandkaffee.

Die costa-ricanischen Erzeuger heben sich auch zunehmend von anderen Märkten ab, indem sie experimentellere und seltenere Kaffeesorten anbauen, darunter SL-28, Geisha und sogar lokale nur dort verkommene Arabica Varietäten wie Villa Sarchi und Venesia.

Costa Rica gilt als der Erfinder der Honey-Verarbeitungsmethode. „Honey“ ist eine Verarbeitungsart, die eine Art Mittelweg zwischen gewaschenen und natürlichen Prozessen darstellt. Während der Honey- Aufbereitung wird der Kaffee getrocknet, wobei ein Teil oder der gesamte Schleim auf der Pergamenthaut, die die grüne Kaffeebohne umgibt, zurückbleibt. Der Kaffee wird in den Zügen der Aufbereitung auf großen Terrassen getrocknet. Dank dieser Methode können die Kaffeebauern den Geschmack und somit die Qualität des Kaffees beeinflussen, indem dem Kaffee ein reichhaltiger Zuckergehalt (neben anderen Geschmacksattributen) gegeben wird. Heutzutage ist die Honigverarbeitung in allen Kaffeeproduzierenden Länder das Mittel- und Südamerika vertreten.

Wie schmeckt Kaffee aus Costa Rica?

Kaffee aus Costa Rica ist sehr vielfältig. Er zeigt aber Merkmale, die typisch für costa-ricanischen Kaffee sind.  Im Allgemeinen ist Kaffee aus Costa Rica für seine lebendige Säure, einen leichten Körper und die delikaten süßen und blumigen Aromen beliebt.

Die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete in Costa Rica.

Tarrazu ist wohl das bekannteste und älteste Anbaugebiet des Landes. Kaffeebohnen aus diesem Gebiet haben eine besonders lebendige Säure. In der Region Tarrazu wird bis zu 35% der Gesamtkaffeeproduktiondes Landes erzeugt. Insbesondere Tarrazu's La Minita ist weltweit für außergewöhnlichen Kaffee bekannt.

Der Central Valley- Kaffee gedeiht in ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten, was den Produzenten erlaubt, andere Verarbeitungsmethoden zu erforschen. Natürlich aufbereitete Kaffees aus diesem Region neigen dazu, einen milderen Säuregehalt, einen kräftigen Körper und außerordentlich aromatische Geschmacksnoten und Süße zu entwickeln.

Viele Kaffees aus Costra Rica werden mit dem Prädikat „SHB“ für „Strictly Hard Bean“ markiert. Diese Kennzeichnung verweist auf Bohnen, die über 1200 Meter über dem Meeresspiegel gewachsen sind und soll Hochlandkaffee besonders auszeichnen.

West Valley ist weniger bekannt, aber die Region bringt regelmäßig Gewinner des Cup of Excellence hervor und baut oft Kaffee mit einer intensiven Toffeesüße, einem weichen Geschmack und blumigen Aromen an.

Angewandte Aufbereitungsmethoden in der costa-ricanischen Kaffeeproduktion.

In Costa Rica werden drei Aufbereitungsmethoden angewendet: washed, natural und honey.

Gewaschene Kaffees aus Costa Rica schmecken sehr klar und mild. Zu den häufigen Geschmacksnoten des Kaffees gehören Honig- und Milchschokoladenote, mit einem hellen Fruchtcharakter.

Die costa-ricanischen Naturals werden immer beliebter, da sie weniger ressourcenintensiv sind und einzigartige Geschmacksprofile bieten. Sie haben einen Sirup-artigen Körper mit stärkeren Fruchtaromen.

Nach der Honey- Aufbereitung produzierten Kaffees sind noch süßer und haben eine kaum spürbare Säure. Sie schmecken oft intensiv süß nach Honig, Melasse und Früchten.

Im Allgemeinen lassen die costa-ricanischen Kaffeebauern die Kirschkaffeebohnen so lange wie möglich am Kaffeestrauch reifen, damit das Endprodukt, die geröstete Kaffeebohne, einen saftigen Fruchtcharakter erhält 

Anbau von Robusta- Kaffeepflanze war illegal!

Im Jahr 1989 erließ die costa-ricanische Regierung ein Gesetz, das den Anbau von Robusta- Pflanzen minderer Qualität verbot. Dies hat den Schutz vor allem der heimischen Sorten zum Zweck und sollte den Anspruch qualitativhochwertigen Kaffee anzubauen weiterhin verstärken. Dieses Verbot wurde 2018 aufgehoben.

Kaffee aus Costa Rica auf einen Blick.

  • Geschmack: generell lebendige Säure, leichter Körper, reichhaltige Süße und weiche aromatische fruchtige Geschmacksnoten.
  • Verarbeitung: Gewaschen, Honig
  • Wichtigste Anbauregionen: Terrazu, West Valley, Central Valley Tres Rios, Herediá
  • Erntezeit: Dezember bis April
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