Kaffee Magazin

Der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso

Kaffee ist nicht mehr NUR Kaffee. Die Entstehung von vielen Kaffeefachgeschäften, Spezialitätenkaffeeröstereien und Third Wave Cafés hat die Art und Weise, wie wir unsere tägliche Tasse Kaffee genießen, maßgäblich verändert. Im Laufe der letzten Jahre haben wir eine Vielzahl von Methoden für die Kaffeezubereitung (neu)entdeckt, das Wissen über das Produkt Kaffee ist gestiegen und die schwarze Bohne ist für uns ein wichtiges Genussmittel geworden und deren Qualität eine zunehmend wichtige Rolle in unserem Alltag spielt. Manche von uns sind zu Filterkaffeefans geworden, einige von uns bevorzugen einen cremigen Espresso. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso?

Was ist ein Espresso?

Das Wort Espresso vermittelt ein der wichtigsten Dinge, das wir über dieses Getränk wissen sollen- es soll schnell gehen, eben Express (es ist kein Geheimnis, dass davon die Bezeichnung Expresso abgeleitet wurde). Es bedeutet, dass ein Espresso schnell zu zubereiten und schnell zu konsumieren ist. Auch der Koffein-Kick eines Espressos ist rasch.

Espresso und Kaffee unterschiede- Handcraft Coffee

Ein Espresso soll sehr langsam fließen. (Mike Marquez Unsplash)

Was unterscheidet einen Espresso von einem Filterkaffee?

Nun, ein guter Espresso entsteht indem ein heißes Wasser (88-94 Grad ) unter hohem Druck von 9 Bar ca. 25 Sekunden durch sehr fein gemahlenes Kaffeepulver gepresst wird. dieser Vorgang verursacht, dass der Espresso viel dichter und konzentrierter als Filterkaffee ist. Der Espresso wird nicht nur aus einer kleinen Tasse pur genossen, vielmehr stellt er die Basis für verschiedene Getränke dar. Americano, Cappuccino, Flat White und Latte werden mit einem Espresso zubereitet. Das einzige, was alle diese Getränke unterscheidet ist die Menge aufgeschäumter Milch bzw. heißen Wasser, die für die ideale Tasse Kaffee verwendet wird!

Die Anatomie eines Espressos.

Ein Espresso wird nicht nur dickflüssiger und konzentrierter extrahiert als Filterkaffee, ein Espresso hat verschiedene Schichten:

Die Crema.

Dies ist die goldbraune oberste Schicht eines Espressos, die durch den hohen Druck entsteht. Proteinen, Kaffeeöle und Melanoidinen, die als Nebenprodukt der sogenannten Maillard-Reaktion entstehen, werden aus der Kaffeebohnen gepresst und bilden die Crema. Nicht jede Kaffeesorte bildet eine üppige Crema. Generell ist die Crema eines reinen Arabica- Espresso etwas dünner, deswegen werden oft Canphora (Robusta) Bohnen in die Espressoblends beigemischt, um eine Tiefe einem Espresso zu verleihen. Die Crema eines Espresso ist ein spaltendes Thema: Manche Menschen empfinden sie als zu bitter, während andere sie als Zeichen einer guten Extraktion betrachten.

Espresso Crema- Handcraft Coffee

Eine perfekte getigerte Crema. (Foto: Matt Hoffmann, Unsplash)

Was sagt die Crema über den Espresso aus?

1. Zu wenig Crema:

Du hast Bohnen wahrscheinlich zu fein gemahlen, der Kaffee war zu alt,  oder Du hast zu wenig Kaffee verwendet.

2. Die Crema ist zu deunkel:

Du hast zu feinen Mahlgard eingestellt oder die Kaffeebohenen wurden zu dunkel geröstet. Das kann aber auch daran liegen, dass Du zu viel Kaffee verwendest, die Brühtemperatur zu hoch ist oder der Kaffee wurde zu fest getampt.

3. Die Crema ist zu hell:
Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Kaffeebohnen zu alt oder zu grob gemahlen sind oder die Brühtemperatur zu niedrig ist.

4. Die Crema ist nicht fest:
Die Tasse war zu kalt oder zu heiß als der Espresso hineinfloß, oder der Wasserdruck war zu niedrig.

Es gibt einiges zu beachten bei einem Espresso!

Die Flüssigkeit.

Dies ist der Hauptbestandteil eines Espresso und bringt geschmacklich Säure und Süße mit. Man kann sagen sie ist der Körper und das Herz eines Espressos. Hier sind die allen feinen Aromen und geschmacklichen Nuance aufgelöst. Dafür verantwortlich sind alle wasserlösliche Bestandteile, wie Säuren, Koffein, Zucker und Proteine.

Was ist ein Filterkaffee?

Espresso und Filterkaffee verbindet theoretisch das gleiche Konzept. Heißes Wasser wird über das Kaffeepulver gegossen und fließt durch einen Filter in ein Gefäß. Der wesentliche Unterschied zwischen einem Filterkaffee und einem Espresso besteht jedoch darin, dass das Wasser nicht unter Druck durch das Kaffeepulver gepresst wird, sondern allein aufgrund der Schwerkraft macht es sich langsam seinen Weg durch das Kaffeemehl frei. Aus diesem Grund dauert der Brühprozess eines Filterkaffees etwas länger und das Ergebnis unterscheidet sich geschmacklich von einem Espresso vollkommend. Der Filterkaffee hat weniger Säure und gleichzeitig komplexere Aromen als der Espresso. Es ist die beste Methode um einen Single Origin Kaffee zu zubereiten. Denn durch die lange Brühzeit können sich alle feinen Aromen entfalten und die Kaffeeöle und Duftstoffe werden mit dem Wasser in das Getränk transportiert. Im Gegensatz zu einem Espresso ist der Filterkaffee eher ein klares Getränk ohne Crema und mit einem milderen Mundgefühl.

Filterkaffee- Handcraft Coffee

Das Blooming des Kaffees.

Die Brühzeit eines Filterkaffees.

Die lange Brüh- und Ziehzeit eines Filterkaffees ist für seine Komplexität verantwortlich. Ein richtig guter Filterkaffee braucht Zeit! Der Prozess beginnt mit der Benetzung des Kaffees mit Wasser, sog. Blooming. Der Kaffee blüht mindestens 30 Sekunden. Dieser Vorgang ermöglicht die Freisetzung von Kohlendioxid aus dem Kaffeepulver (die kleinen Luftbläschen, die sich an der Oberfläche bilden) und einen besseren Wasserfluss während des Prozesses. Der gesamte Prozess des Kaffeebrühens kann bis zu 4 Minuten dauern.

Das Equipment.

Es ist nicht verwunderlich, dass wenn es um das benötigte Kaffeezubehör geht, ist das Filterkaffeezubehör kostengünstiger als eine Investition in eine Espressomaschine. Das kann man als ein Pluspunkt für den Filterkaffee betrachten.  Alles was Du für die Zubereitung von einem Filterkaffee benötigst ist ein Kaffeefilterhalter, Filterpapier und ein Kaffeebecher. Eine Waage oder ein Thermometer können Dir dabei helfen präziser zu abrieten. Es gibt unzählige Arten von Kaffeefiltern, Hario V60, Keramik-, Porzellan- oder Holzkaffeefilter. Jeder ist unterschiedlich in der Form, verwendeten Materialien, Größe des Auslaufs oder der Beschaffenheit. Was sie verbindet ist deren Aufgabe einen leckeren Kaffee zu brühen.

Eine Espressomaschine dagegen kann zwischen wenigen Hundert bis mehreren Tausend Euro kosten. Bei günstigeren Espressomaschinen ist es oft der Fall, dass es an der notwendigen Technik gespart wird, sodass sie letztendlich nicht genug Druck aufbauen können um einen schönen cremigen Espresso aufzubrühen. Dazu braucht eine Espressomaschine deutlich mehr Platz in Deiner Küche und es kann eine Weile dauern bis Deine Kenntnisse, was die Einstellung diversen Variablen betrifft, ausreichen um einen perfekten Espresso zu kreieren.

Filterkaffee- Handcraft Coffee

Perfekt für die tägliche Kaffeezubereitung, Hario V60 Kaffeefilter mit Olivenholz- Ring.

Der Koffeingehalt.

Das könnte Dich vielleicht überraschen aber eine Tasse Filterkaffe enthält mehr Koffein als eine Tasse Espresso! Es kommt zu Stande durch zwei Faktoren. Zum einen durch die Röstung der Kaffeebohnen zum anderen durch die getrunkene Menge. Durch die längere Röstungszeit im Fall eines Espressos, verlieren die Kaffeebohnen mehr Koffein, als während eines kürzeren Röstungsprozesses. Selten ist ein Espresso größer als 30 ml verglichen zu einer großen Tassen Kaffee von 300 ml. Die Koffein- Konzentration in einem Espresso ist allerdings höher als in einer Tasse Kaffee. Ein Grund dafür ist, dass das Verhältnis von der verwendeten Wassermenge zu der des Kaffeepulvers. Bei einem Espresso wird pro Milligramm Kaffeemehl weniger Wasser verwendet. Würde man also gleiche Mengen Espresso und Kaffee vergleichen, hätte der Espresso mehr Koffein. Überprüft man wiederrum die üblichen Genussmengen, enthält eine Tasse Kaffee mehr Koffein.

Der Unterschied zwischen Kaffee und Espresso: Was ist besser?

Es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage. Es ist eben eine Geschmackssache. Ein Filterkaffee lässt Dir die verschiedenen Nuancen eines Kaffees schmecken und genießen, insbesondere diese, die in einem Espresso nicht zu Geltung kommen können, wie feine fruchtige Säuren, die wegen des Röstprofils eines Espressos noch im Rösttrommel abgebaut werden. Der Prozess des langsamen Brühens eines Filterkaffees hat etwas Friedliches und Beruhigendes. Entschleunigung und Genuss sind hier im Vordergrund.  Ein Espresso wird mit einer ganz anderen Methode gebrüht als der Filterkaffee. Diese ist ideal um Dein Gehirn auf dem schnellsten Weg mit einer notwendigen Koffeindosis zu versorgen. Ein anderer wichtige Faktor ist, die Art, wie Du deinen Kaffee trinken magst. Aufgrund der sirupartigen Beschaffenheit eines Espressos wird er oft als Basis für Milchgetränke verwendet. Die aufgeschäumte Milch bringt die Süße des Espressos hervor. Filterkaffee hat dagegen einen klareren, soften und weniger säuerlichen Geschmack, was bedeutet, dass er gewöhnlich schwarz getrunken wird, um seine Feinheiten besser schmecken zu können. Am Ende des Tages entschiedet Dein Geschmack, Deine Präferenzen und Dein Lebensstil, welcher Kaffeezubereitung Dein Favorit ist.

Also ... was ist Deine Lieblingsmethode?

 

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