Kaffee Magazin

Kaffee aus Äthiopien- der Ursprung aller Kaffees.

Äthiopien ist das Ursprungsland des Coffea Arabica.

Hier findet man bis heute wildwachsende Varietäten von großer genetischer Vielfalt. Circa fünf Tausend verschiedenen Unterarten von Arabica sind hier anzutreffen. Vergleichsweise sind in Ländern wie Kolumbien oder Brasilen gerade mal zwanzieg Unterarten bekannt. 99% des genetischen Materials des Kaffees ist in Äthiopien zu finden. Die Mehrheit der äthiopischen Bauern sind Kleinbauern und Landwirte mit weniger als einem Hektar Land. In vielen Fällen kann man fast schon von "Gartenkaffee" sprechen, die auf kleinen Parzellen von den Dorfbewohnern nach ganz traditionellen Methoden angebaut wird.

Der Kaffee aus Äthiopien ergibt in der Tasse ein fruchtiges, intensiv aromatisches und vollmundiges Getränk. Er schmeckt nach Waldbeeren, Jasmin oder Zitrusfrüchten.

Die Entdeckung des Kaffees.

Die Entdeckung des Kaffees und seine Wirkung werden ebenfalls einem Äthiopier zugeschrieben. Der Legende nach, soll ein Ziegenhirte bei seinen Ziegen nach dem Verzehr von Kaffeekirschen ein lebhaftes Verhalten festgestellt haben. Der Hirte brachte die roten Kaffeekirschen in ein Kloster und erzählte den Mönchen von seiner Beobachtung. Neugierig probieren die Mönche selbst die Kirschen und stellten fest, wie sie selbst konzentrierterer und wachsamer waren.  Es wird angenommen, dass bereits 800 nach Christus Kaffeekirschen von wilden Kaffeebäumen verwendet wurden.

Das Wort „Kaffee“ hat seinen Ursprung im Namen „Kaffa“, wie die Provinz, die für die Arabica- Bäume bekannt ist.

Die Kaffeeproduktion in Äthiopien.

Die Kaffeebohnen aus Äthiopien machen rund 3% des globalen Kaffeemarktes aus. Auf der Liste der Kaffeeproduzenten nimmt Äthiopien den 5 Platz an, nach Brasilen, Vietnam, Kolumbien und Indonesien.

Der Kaffee ist ein wichtiger Rohstoff für die Wirtschaft Äthiopiens. Rund 60% der Export- Einkünfte stammen aus der Kaffeeproduktion, dabei erwirtschaften schätzungsweise 15 Millionen Äthiopier ihren Lebensunterhalt aus dem Kaffeeanbau. 2006 brachten die Kaffeeexporte 350 Millionen Dollar ein, was 34% der Gesamtexporte dieses Jahres entspricht. Die meisten Kaffees aus Äthiopien werden ohne den Einsatz von Pestiziden unter den besten Bedingungen angebaut: unter den sog. Schattenbäumen in einem lebendigem Biotop, mit anderen Pflanzenarten. Die nachhaltige Kaffeeproduktion ist ein Teil des Erfolges.

Der äthiopischer Kaffee wird in zwanzig Regionen angebaut, dabei sind vier Regionen von besonderer Bedeutung für die äthiopische Kaffeeindustrie. Es sind Harrar, Sidamo, Limu ( Regionen Doyo and Hunda Oli) und Yirgacheffe (Gebiete Dumerso und Adado). Der Äthiopische Wildkaffee stammt aus dem Region Bonga. Zu den weniger bekannten Anbaugebieten gehören: Guji, Illubabor ,Amaro, Kaffa, Tepi, Welayta, Bebeka, Borena, Arsi und Bale. Der größte Teil des Kaffees wird in feuchten Regenwald- Gebieten angebaut.  Es handelt sich dabei um Hochlandkaffee, der auf der Höhe von 650-2600 m ü.d.M. wächst.

Kaffeeproduktion in Äthiopien- Handcraft Coffee

Die Besonderheiten der Regionen.

Harrar ist eine vorwiegend muslimische Provinz, östlich der Hauptstadt Addis Abeba. In Harrar werden die besten, reifen Kaffeefrüchte in der Sonne getrocknet. Oftmals wird die Frucht direkt am Baum getrocknet. Das Ergebnis ist ein Kaffee, der fruchtig, komplex süß ist und einen leicht fermentierten Nachgeschmack hat. Dieses Geschmacksprofil, wird oft als Mokka-Geschmack bezeichnet und ist eines der großen und unverwechselbaren Erlebnisse der Kaffeewelt. Aus diesem Grund wird Harrar oft als Mokka oder Moka Kaffee verkauft.

Yirgacheffe ist eine Region mit hohen Hügeln im Südwesten Äthiopiens, die von dort stammenden Kaffees haben ein extravagantes Profil. Es sind die wohl markantesten Kaffees der Welt. In Yirgacheffe wird der Kaffee vorwiegend naß verarbeitet. 1972 wurden in Äthiopien die ersten Nassaufbereitungsanlagen errichtet und drei Jahrzehnte später werden immer mehr Kaffeesorten im Süden und Westen Äthiopiens im Nassverfahrens verarbeitet. Diese Methode ergibt ein fruchtiges, weiches Geschmacksprofil mit rundem und zartem Körper und komplexen und intensiv duftenden, floralen Aromen.

Andere nassverarbeitete äthiopische Kaffeesorten sind Limu, Sidamo und Jima, die auch typisch weich, rund, blumig und zitrusartig schmecken.

Der Kaffeekonsum in Äthiopien.

Rund 50 % des produzierten Kaffees bleibt auf dem heimischen Markt. Das ist einzigartig und unterscheidet Äthiopien von anderen kaffeeanbauenden Ländern. Der Kaffee ist tief im Alltagslebens der Äthiopier verwurzelt. Neben der bekannten Äthiopischen Kaffeezeremonie, wird Kaffee bei den wichtigsten Ereignissen wie Heirat und Geburt gekocht. In Äthiopien ist Kaffee ist ein Mittel um Beziehungen zu festigen und aufrechtzuerhalten.  

Die äthiopische Kaffeezeremonie.

Die Kaffeezeremonie ist ein integraler Bestandteil der äthiopischen Kultur. Das Zubereiten, das Servieren und das Trinken von Kaffee wird zu einem Ritual. Das Ziel der Zeremonie ist es die Familie oder Freunde an einem Tisch zu versammeln, um sich zu unterhalten und die Beziehungen zu pflegen. Die Kaffeezeremonie wird durch die älteste Frau des Hauses durchgeführt. Die rohen Kaffeebohnen werden in einer Pfanne geröstet und frisch gemahlen, bevor sie mit heißem Wasser in einer Brühkanne namens Jebena vermischt werden. Der frisch gekochte Kaffee wird in kleinen Tassen serviert dabei wird immer wieder frisches kochendes Wasser hinzugefügt, um den Kaffee noch zwei Mal zu brauen. Der Prozess dauert etwa eine Stunde und ist ein Zeichen von Gastfreundschaft.

Quelle: Vimeo, John Harrison

Die Herausforderung: Klimawandel.

Die Auswirkungen des Klimawandels, höhere Temperaturen und weniger Niederschläge, könnten die Kaffeeproduktion des Landes negativ beeinträchtigen. Wie Studien zeigen, sind die Regenfälle in Teilen Äthiopiens seit den 1970er Jahren bereits um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. Zusätzlich hat die Häufigkeit von Dürren in den letzten Jahren zugenommen. Die Dürren- Region betrifft auch die Kaffeeanbaugebiete. Äthiopien könnte bis zum Ende des Jahrhunderts 39 Prozent bis 59 Prozent seiner derzeitigen Kaffeeanbauflächen durch den Klimawandel verlieren, so eine neue Studie, die in Nature Plants veröffentlicht wurde.

Ein paar interessante Fakten.

Auf dem Harar-Plateau Äthiopiens wachsen seit Menschengedenken wilde Kaffeebäume. Dieses Plateau ist nach wie vor eines der bekanntesten Kaffeeanbaugebiete Äthiopiens.

In Äthiopien gibt es über 330.000 Bauernhöfe und 19.000 Staatsbetriebe, die Kaffee anbauen, und etwa 15 Millionen Menschen arbeiten in der Kaffeebranche.

Der Inlandskonsum sehr hoch ist, weil das Getränk eine so große Rolle im täglichen Leben der Äthiopier spielt: Etwa die Hälfte der 6,5 Millionen Beutel Jahresproduktion des Landes wird zu Hause verbraucht, wobei etwa 3,5 Millionen Beutel exportiert werden.

Quelle: Vimeo, Michael Gallam

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